Volkstrauertag - antiquiert oder aktueller denn je?

 

"Ist der Volkstrauertag heute noch zeitgemäß?", so lautete die provokante Frage im Gottesdienst in diesem Jahr in Waltersweier. Siebzig Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges darf man diese Frage durchaus stellen. Siebzig Jahre nach Kriegsende heißt auch, dass es gar nicht mehr so viele Menschen direkt betrifft, weil sie diese Schreckszeit gottlob überhaupt nicht erlebt haben. Heute sind es die Enkel oder gar Urenkel, die dem Volkstrauertag gedenken und ihren Beitrag zur Kriegsopferfürsorge leisten sollen. Ist dafür in unserer heutigen schnellebigen Zeit Interesse und Unterstützung vorhanden? Siebzig Jahre in Frieden und Freiheit leben zu dürfen, ist das Verdienst unserer Großväter und Vorfahren. Ein Jahr nach den schrecklichen Anschlägen von Paris ist uns dies wieder schmerzlich bewusst geworden. Der internationale Terrorismus, der unsere westlichen demokratischen Werte heute bedroht, ist ein anderer Krieg, ein moderner und furchtbarer: Einer, der Angst macht und Unsicherheit in unser Leben getragen hat. So erhält das Gedenken an die Toten leider immer wieder eine neue Aktualität.